Schwerer Verkehrsunfall simuliert: Anspruchsvolle technische Monatsübung am Fahrzeugwrack

Am Donnerstag, dem 24. September 2026, fand wieder eine spannende Monatsübung unserer Wehr statt. Thema des Abends war eine komplexe technische Hilfeleistung direkt beim Rüsthaus. Dank eines zur Verfügung gestellten Fahrzeugwracks konnte ein realistisches Szenario simuliert werden: Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem ein Fahrzeug auf der Seite lag und eine Person im Bereich der Pedale eingeklemmt war.

Vorbereitung und Absicherung der Einsatzstelle

Unter der Übungsleitung von HBM Friedrich Hafner und in enger Abstimmung mit HBI Walter Wallner wurden die Einsatzfahrzeuge strategisch in Stellung gebracht. Der erste Fokus lag auf dem zügigen Aufbau der Einsatzstellensicherheit: Die Absicherung gegen den fließenden Verkehr, das Errichten der Einsatzstellenbeleuchtung sowie das Vorbereiten einer befüllten Bereitstellungsplane für die technischen Rettungsgeräte wurden umgehend umgesetzt.

Realitätsnahe Rettungsschritte und wertvolle Praxiserfahrungen

Da sich die Lage aufgrund der Seitenlage des Fahrzeugs in Kombination mit der eingeklemmten Person kniffliger darstellte als zuerst gedacht, kombinierten die Kameraden theoretisches Feuerwehrwissen mit langjähriger Praxiserfahrung. Schritt für Schritt wurden verschiedenste Rettungstechniken durchgearbeitet:

  • Fahrzeugstabilisierung: Sichern des auf der Seite liegenden Pkw mittels Steckleiter und Unterbaumaterial.

  • Glasmanagement: Kontrolliertes Bersten der Seitenscheiben mittels Federkörner und Durchtrennen der Verbundglas-Windschutzscheibe.

  • Zugangsschaffung: Aufschneiden des Fahrzeugdachs mit der Säbelsäge und präzises Arbeiten mit Schere und Spreizer zum Öffnen von Türen und Kofferraum.

  • Menschenrettung: Schützen der eingeklemmten Person während der Arbeiten am Fahrzeug und schonende Befreiung.

Besonders wertvoll: Alle anwesenden Kameradinnen und Kameraden erhielten die Möglichkeit, die Geräte selbst zu bedienen. Dank Zeit und vorhandenem Material wurden bewusst auch Vorgehensweisen erprobt, die sich in der Praxis als weniger ideal erwiesen („Wie man es nicht machen sollte“), um die Grenzen des Materials und der Taktik hautnah zu erfahren.

 

Nachbesprechung und Geburtstagsjause

Nach dem Aufräumen, Reinigen und Betanken der Aggregate versammelte sich die Mannschaft zur gemeinsamen Nachbesprechung. Dabei wurde noch einmal detailliert analysiert, wie ein solcher Ernstfall in Zukunft bestmöglich und zeitsparend abgewickelt werden kann.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Spender des Übungsfahrzeugs, der Vorbereitung des Fahrzeugs und der gesamten Übung durch HBM Friedrich Hafner. Ein besonderer Dank geht an unseren Kommandanten HBI Walter Wallner, der im Anschluss anlässlich seines Geburtstages zu einer Jause und Sturm einlud – auf diesem Wege nochmals alles Gute!

 

Fotos & Bericht: LM d.V. Stefan Peitler

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